Neubrandenburg

 In 2015, Deutschland

Mittwoch, 22. Juli 2015
Neubrandenburg

Nach Waren, das Wohnmobil ver- und entsorgt, fuhren wir gegen 11.30 Uhr weiter nach Neubrandenburg, um unserem Ziel Leba an der Ostsee in Polen näher zu kommen. Eine Übernachtung  auf dem Stellplatz am Tollensesee ist hier vorgesehen. Die Fahrt dorthin dauerte ca. eine Stunde. Der Platz ist für den Preis von 10 € (Ver- und Entsorgung extra) ganz nett und liegt im Grünen. Es gibt auch einen Sanitärraum. Der Hafenmeister war gerade nicht in seiner Hütte, also spazierten wir weiter am See entlang Richtung Innenstadt. Es war ein recht langer Weg, aber sehr schön ging es durch eine parkähnliche Landschaft. Die muß schon vor ewigen Zeiten angelegt worden sein, wie man an den dicken Eichen und anderen Bäumen sehen konnte.

Der Tollensesee

Der Tollensesee

Park- und Freizeitanlage am Tollensesee

Park- und Freizeitanlage am Tollensesee

Es gab hinreißende Ausblicke auf den See, er ist sehr groß (10 km lang!) und birgt natürlich auch Gefahren bei schlechtem Wetter. Traurig denken wir das Unglück, das einen Freund von uns hier traf.

Zum Tollensesee möchten wir noch hinzufügen, dass hier die TVA eingerichtet war: die Torpedoversuchsanstalt der Kriegsmarine! Sie wurde während der Nazizeit etwa 1939 bis 1942 eingerichtet, um die relativ hohe Fehlerquote bei deutschen Torpedos zu senken. Reste der Alten Gebäude sind noch vorhanden. Die künstliche Insel im See wurde nach Kriegsende 1945 gesprengt. Heute wird erfahrenen Tauchern die Möglichkeit gegeben, mit Sondergenehmigung dort zu tauchen. Neben unserem Wohnmobil stand eine Gruppe, die sich morgens in ihre Taucheranzüge zwängte und sich auf den Weg zum See machte. Kann ja vielleicht ganz spannend sein….

Neubrandenburg hat ca. 63.500 Einwohner und wird wegen der vier gotischen Stadttore die „Vier-Tore-Stadt“ genannt. Sie ist die drittgrößte Stadt des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. Die mittelalterliche Stadtmauer (2,3 km lang, 7 m hoch) und Wehranlage mit ihren schönen Wiek- oder Kampfhäusern, die geradezu auf der Mauer zu sitzen scheinen, ist die besterhaltene in Nordeuropa. Die Häuschen sind zum Teil privat bewohnt bzw. sind es nun kleine Gaststuben oder Cafés. Staunend liefen wir auf eines der Stadttore zu und bewunderten wieder einmal die schöne Architektur. Der weithin sichtbare Turm einer Kirche lockte uns zur Besichtigung und nach ein paar Schritten standen wir auch schon vor der Marienkirche. Wie wir vom Pförtner erfuhren, finden keine Gottesdienste mehr statt, sondern die Kirche wurde zur Konzertkirche umgebaut und restauriert (1970-2001). Aber – wie ich finde – ist Musik ja auch eine Art Gottesdienst und schenkt den Menschen Freude und lädt zur inneren Einkehr ein. Die Kirche ist ein großartiges Bauwerk, ein Traum in Backsteingotik!

Panorama vom Kirchenturm

Panorama vom Kirchenturm

Stadttor

Stadttor

Turm der Marienkirche

Turm der Marienkirche

Für 6 € konnten wir den Turm besteigen, zum Glück per Fahrstuhl die ersten 60 Meter, den Rest (ca. 30 Meter) mussten wir zu Fuß über die immer enger werdende Treppe, an den drei Glocken vorbei, zurücklegen. Beim Pförtner unten hatten wir aus einem Automaten Ohrenstöpsel gezogen, die wie leckere Marshmallows aussahen. Eine Ansage ( und auch Hinweisschilder) forderte uns zur Benutzung auf, sobald die Glocken die Uhrzeit anschlugen. Es sind zwei kleine Glocken und eine große. Wir waren auf alles vorbereitet. Gott sei Dank standen wir schon draußen auf der Aussichtsplattform, mit zugestopften Ohren, als es „Ding-Dong“ schlug, zweimal, halb drei. War nicht so schlimm, der Lärm hielt sich in Grenzen. War ja auch nicht 12 Uhr und die große Glocke ….

Die Aussicht war nicht gerade atemberaubend, Dächer einer Stadt eben, aber man stellt sich ja gern einer Herausforderung. Die begann beim Abstieg: die Stufen waren aus Gitterwerk, durch das man in die Tiefe schauen konnte. Nichts für Leute mit Höhenangst, also für mich! Verdammt, warum muss ich auch immer auf Türme klettern! Wenigstens war ja das letzte Stück wieder mit dem Fahrstuhl zurückzulegen.

Stadtzentrum vom Kirchturm aus gesehen

Stadtzentrum vom Kirchturm aus gesehen

Stadtmauer

Stadtmauer

Fangelturm

Fangelturm

Wir spazierten weiter durch die Stadt, die uns nach dem bevölkerten Waren ziemlich ruhig erschien. Nach dem dem Hafen und den verwinkelten Gassen dort erschien uns hier alles in der Stadt Reißbrett-artig weit und eher kühl angelegt. Ein wenig erinnerte es uns an Potsdam mit seinen geraden, in rechten Winkeln verlaufenen Straßen. Erst als wir später, nach einer Pause in einem kleinen Café an der Stadtmauer entlang liefen, sahen wir einen Teil der Stadt mit engeren Straßen und alten gut restaurierten Häusern.

Warten auf Kaffee und Kuchen

Warten auf Kaffee und Kuchen

Wiekhäuser in der Stadtmauer

Wiekhäuser in der Stadtmauer

Schön wärs

Schön wärs

Waren - Neubrandenburg

Waren – Neubrandenburg

Die Temperatur zeigte mittlerweile 27 Grad an und es war recht schwül. Die Lauferei hatte uns müde gemacht, so dass wir uns jetzt auf den 3 km langen Rückweg machten.

Fazit: die Stadt schien uns ein bisschen langweilig, vielleicht waren alle zum Baden? Aber überall sah es wie geleckt aus, total sauber im Stadtbild – auch mal eine Freude (übrigens auch in Waren).

Nun wird es Zeit für das Abendessen, dann ein bisschen lesen und Fotos bearbeiten.

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