Wittenberg Lutherstadt

 In 2015, Deutschland

Sonntag,  3. Mai 2015
Passau – Kemberg bei Wittenberg

Passau - Kemberg bei Wittenberg

Passau – Kemberg bei Wittenberg 523 km

Es regnete heute Morgen, aber da wir weiterfahren wollten, störte es uns nicht allzu sehr. Angesteuertes Ziel war Sachsen-Anhalt, ein Stellplatz im Naturpark Dübener Heide in der Nähe von Lutherstadt Wittenberg, unserem Ziel für Morgen. (ca. fünf  Stunden Autofahrt). Da Frederick unbedingt WLAN-Verbindung brauchte, machten wir  Zwischenstopp Auf der Autobahnraststätte bei einem McDonalds. Das passte uns ganz gut, hatten wir doch lange keinen Burger  gegessen!

Es war schon gegen 17.00 Uhr, als wir auf dem ausgesuchten Stellplatz ankamen. Es war ein Campingplatz am BergwithseeDer lag wirklich total im Grünen, weit ab von den umliegenden Ortschaften, am Bergwitzsee. Im Briefkopf der Quittung steht „Freilufthotel“, Adresse Strandweg 1. Der Platz ist riesig und es stehen viele Campingwagen als Dauercamper darauf. Nachdem die 1. Mai-Feierlichkeiten gerade vorüber waren, würde uns hier wohl wirklich eine absolute Nachtruhe beschieden sein, allerdings wo „See“ ist, sind auch Mücken! Also Fenster und Türen verrammeln! Aber so schlimm war es dann auch wieder nicht. Wir spazierten eine halbe Stunde über den Platz, der ein wenig mehr Pflege benötigt, das darf man gerne sagen, auch der alte Teil Sanitäranlagen. Im neuen sah es schon viel besser aus! Offenbar wird an Verbesserungen gearbeitet, zum Beispiel schwimmende Ferienhäuser, die am Montag an ihre Positionen gebracht werden sollten.

Die angeschlossene Kneipe auf dem Platz mit der sehr netten Wirtin verlockte uns dann doch noch zur Einkehr und Fußball gab es im Fernsehen noch dazu. Von keinem Flug- oder Straßenlärm getrübt, sogar die „Light Pollution“, Beleuchtung des Platzes, fehlte fast ganz, schliefen wir wie die Murmeltiere.

Montag, 4. Mai 2015
Lutherstadt Wittenberg

Nach spätem Aufstehen holten wir uns die am Abend vorbestellten Bäckerbrötchen von der Rezeption und ließen sie uns zum Frühstück schmecken. Ein letztes Wort zu diesem Platz: ein zweites Mal würden wir ihn nicht ansteuern, weil es unserer Meinung nach an umsichtiger Platzpflege fehlt.

Wir fuhren  weiter Richtung Lutherstadt Wittenberg und erreichten unser Ziel nach ca. 20 Minuten, wo wir uns auf die Spuren des großen Reformators begaben. Viel gibt es zu sehen in der immer noch mittelalterlich wirkenden, schön restaurierten Kreisstadt (46.500 Einwohner): allein die beiden Kirchen, St. Marien und Schlosskirche, zählen zu den UNESCO-Welterbestätten wie auch das Lutherhaus aus dem Jahre 1504 und das Melanchtonhaus!

Die verpackte Schlosskirche

Die verpackte Schlosskirche (zwecks Renovierung)

Stadtkirche St. Marien (in der Luther predigte

Stadtkirche St. Marien (in der Luther predigte

Hier taucht man ganz tief in die Geschichte(n) der Reformation und seiner Persönlichkeiten ein und begegnet ihnen auf Schritt und Tritt: Luther –  der Hofmaler und Bürgermeister der Stadt, Lucas Cranach, Katharina von Bora, Luthers Frau, die (im Denkmal) buchstäblich aus dem Rahmen fiel. Sie war die Nonne, die mit acht weiteren Nonnen einst aus dem Kloster Nimbschen nach Wittenberg floh, um ein neues, freies Leben zu beginnen. 1525 heiratete sie Martin Luther. Nicht umsonst nannte Luther seine Frau liebevoll „Herr Käthe“, führte sie doch seinen großen Haushalt mit den vielen Gästen und Studenten geschäftstüchtig und umsichtig.

Frederick mit Frau Luther

Frederick mit Frau Luther (die hier buchstäblich aus dem Rahmen fällt)

Martin Luther Statue

Martin Luther Statue

Ganz zauberhaft ist der Spaziergang durch die historische Altstadt mit den Originalschauplätzen der Reformation. Dies ist ein Ort, an dem man sich mit Leichtigkeit eine längere Zeit aufhalten kann, sicherlich auch besonders in den Sommermonaten, wenn die Feste stattfinden: Luthers Hochzeit im Juni,  historische Märkte, Renaissance Musikfestival im Oktober, Töpfernarkt im September. Ganz bestimmt sind auch Weihnachtsmarkt und die Adventshöfe im Dezember sehenswert, da sich die Betreiber und teilweise auch  die Besucher in mittelalterlichen Gewändern präsentieren.

Nach „vielerley“ Besichtigung wollten wir unbedingt noch die Hundertwasserschule finden.

Wie hat man die Ideen des österreichischen Künstlers am renovierungsbedürftigen Gymnasium umgesetzt?  Wir kurvten durch einige kleine Wohnstraßen und sahen plötzlich Zwiebeltürmchen und goldene Kugeln durch die Wipfel der am Straßenrand stehenden Bäume schimmern. Wir hatten die Schule gefunden! Und schön sah sie aus!

Hundertwasserschule

Hundertwasserschule

Statue von Lucas Cranach dem Älteren im Innenhof

Statue von Lucas Cranach dem Älteren im Innenhof

Schweren Herzens verließen wir am späten Nachmittag diese schöne Stadt und fuhren über die Landstraßen weiter  Richtung Aschersleben. In Köthen wurden wir leider nicht fündig, was einen Übernachtungsplatz betraf, hofften auf den nächsten Ort, Bernburg.  Es war mitlerweile dunkel geworden. In unseren Verzeichnissen konnten wir keine Information hinsichtlich eines Wohnmobilstellplatzes in Bernburg finden und so fuhren wir weiter. Nun war Aschersleben unsere letzte Hoffnung,  es sollte einen für Wohnmobile ausgewiesenen Stellplatz geben.  Ich blickte mich noch einmal um nach Bernburg und sah in der Entfernung einen oberen Teil der Stadt mit einer schönen Burg. Zu spät,  schließlich war es bereits gegen 21.00 Uhr.

Endlich erreichten wir Aschersleben und sahen, als wir in die Stadt hineinfuhren dann auch das Hinweisschild auf den Stellplatz.  Zwei, drei Mobile parkten dort, also waren wir nicht allein und die Innenstadt schien ziemlich nah zu sein, also richteten wir uns für die Nacht ein. Oje, im Dunkeln hatten wir nicht bemerkt, dass der Parkplatz direkt an der Eisenbahnlinie lag, also wurde  es schön laut in der Nacht!

Wittenberg Fotogalerie

Wittenberg - Aschersleben

Lutherstadt Wittenberg – Aschersleben

Rathaus

Rathaus Lutherstadt Wittenberg

 

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