Berlin

 In 2014, Deutschland

Mittwoch, 4. Juni 2014

Gegen 13.00 Uhr sind wir dann unterwegs nach Berlin. Kurz vor der Autobahn füllen wir noch die Diesel- und Gastanks und nach nur 90 Minuten Autobahn mit einer irren Menge an LKW’s sind wir in Berlin-Köpenick auf dem Stellplatz am Fähranleger an der Dahme.

Dieser Platz hat im Stellplatzführer sehr gute Kritiken erhalten. Es ist zwar sehr malerisch hier, aber auch sehr eng. Wir bekommen einen Platz direkt am Wasser (wie gewünscht) zugeteilt, aber es ist schon etwas mühsam, dort einzuparken. Der Nachbar auf der linken Seite ist nur einen Meter entfernt. Von wegen Sicherheitsabstand von drei Metern, wie allgemein üblich (oder sogar Vorschrift?). Im Moment haben wir noch keinen Nachbarn auf der rechten Seite (die Seite, an der wir ein- und aussteigen und an der sich unsere Markise befindet). Das wird wohl noch enger in den nächsten Tagen – Pfingsten! Wir haben für fünf Tage gebucht mit einer Option auf Verlängerung. Offenbar ist der Platz über die Feiertage völlig ausgebucht. Das Wichtigste ist: der Platz ist im Schatten, denn für die nächsten Tage werden Temperaturen von über 30° erwartet.

Schattiges Plätzchen an der Dahme

Schattiges Plätzchen an der Dahme

Blick vom Wohnmobil auf die Dahme

Blick vom Wohnmobil auf die Dahme

Am Ufer der Dahme ist eine schön ausgestattete Terrasse, wo wir uns nach dem Einrichten erst einmal entspannen und bei einer Tasse Kaffee das gute Wetter genießen und das Treiben auf dem Fluss beobachten. Wir wollen uns eine Fünf-Tageskarte für Busse und Bahnen kaufen, aber die gibt es nur an den S-Bahnhöfen. Zum Bahnhof Köpenick sind es etwa 5 km und zum Bahnhof Grünau müssten wir mit der 50 m entfernten Fähre fahren. Da wir uns noch nicht viel bewegt hatten, entschieden wir uns, nach dem Abendessen zu Fuß nach Köpenick zum S-Bahnhof zu wandern.

Magdeburg - Berlin

Tagesetappe: 171 km

Unser Stellplatz liegt wunderschön inmitten einer Villengegend am Ostufer der Dahme und auf der Wanderung entlang der Wendenschlossstraße war viel Interessantes an historischen – und in den meisten Fällen restaurierten – Villen zu bestaunen. Aber es gibt auch noch viele Gebäude und Grundstücke, die dringend der Sanierung bedürfen. Die Altstadt mit dem berühmten Rathaus (der Hauptmann von Köpenick) heben wir uns für später auf. Heute Abend war dazu keine Zeit mehr. Im S-Bahnhof kauften wir dann am Automaten die Touristenkarten und nahmen die Straßenbahn zurück zum Platz. Das gab uns dort noch etwas Zeit, auf der Terrasse am Flussufer zu sitzen und den Sonnenuntergang zu genießen.

Donnerstag, 5. Juni, 2014

Herrliches Wetter heute (Vorhersage 25°), und nach einem guten Frühstück im Freien machten wir uns per Fähre und S-Bahn auf den Weg in die Innenstadt. Erstes Ziel war der Alexanderplatz. Auf die Fahrt zur über 200 m hohen Aussichtsplatform des Fernsehturms verzichteten wir. Das rote Rathaus beeindruckte uns schon wegen seiner schieren Größe. Leider waren hier überall Baukräne und Gerüste, so dass ein schönes Foto nicht möglich war.

Das rote Rathaus mit Fernsehturm im Hintergrund

Das rote Rathaus mit Fernsehturm im Hintergrund

Jule Hoppes Restaurant im neuen Nikolaiviertel

Jule Hoppes Restaurant im neuen Nikolaiviertel

Wir warfen einen kurzen Blick in die Marienkirche und erkundeten danach das nahe, neu aber im alten Stil erbaute Nikolai-Viertel. Hier gefiel es uns und da wir hungrig waren, konnten wir den Verlockungen nicht widerstehen und kehrten bei Jule Hoppe ein. Ein wunderschön gestaltetes Restaurant (jeder Raum designed mit einem unterschiedlichen Thema), das uns von einer Passantin empfohlen wurde. Trotz des tollen Interieurs zogen wir es vor, wegen des schönen Wetters draußen auf der Terrasse zu essen.

Gestärkt setzten wir unsere Stadtbesichtigung fort und schlenderten weiter im beschaulichen Nikolai-Viertel, das eine berühmte Geschichte hat (Zille sein Miljö, Claire Waldorf in der Gaststätte zum Nussbaum und anderes).

Marienkirche am Alexanderplatz

Marienkirche am Alexanderplatz

Der 368 m hohe Fernsehturm am Alexanderplatz

Der 368 m hohe Fernsehturm am Alexanderplatz

Wir wanderten vom Nikolaiviertel in Richtung Leipziger Straße durch den Bezirk Mitte und dann gen Westen Richtung Potsdamer Platz. Im imposanten Sony Center am Potsdamer Platz genehmigten wir uns Kaffee und Kuchen, allerdings war der Preis gepfeffert – € 14.40 für zwei Gedecke.

Schon lange kursierte in unseren Köpfen der Besuch des Udo Lindenberg Musicals „Hinterm Horiziont“. Das Theater ist am Potsdamer Platz, nicht weit vom Sony Center. Wir fanden das Theater ziemlich schnell und erkundigten uns nach Karten für einen der nächsten Tage. Um so überraschter waren wir, dass uns noch Karten für denselben Abend angeboten wurden. Die Gelegenheit ließen wir uns nicht nehmen und schlugen sofort zu. Die Vorstellung begann bereits um 19 Uhr, so dass wir nur eine halbe Stunde warten mussten.

Das Musical, das die Veränderungen in der DDR und die Ereignisse der Wende zum Thema hatte, begeisterte uns, vor allem auch wegen der vielen eingespielten historischen Original-Filmszenen. Es war ein toller Abend für uns und beschwingt fuhren wir, Udos tolle Musik in den Ohren, mit der S-Bahn zurück nach Köpenick.

Freitag, 6. Juni 2014

Der heutige Tag sollte heiß werden. 32° waren vorhergesagt und schon beim Frühstück vor dem Wohnmobil waren es 25°. Es war warm bei wolkenlosem Himmel, als wir uns wieder auf den Weg Richtung Innenstadt machten. Am Vortag hatten wir im Internet sowohl eine geführte Reichstagstour als auch eine 4-stündige Bootsfahrt gebucht. Beide Touren waren für Dienstag gebucht. 8 Uhr morgens die Reichstagsbesichtigung und um 13.10 Uhr die Abfahrt mit dem Boot. Heute fuhren wir mit der S-Bahn bis zum Bahnhof Friedrichsstraße, um den Anlegeplatz des Bootes auszuloten. Dann ging es zu Fuß entlang der Friedrichstraße bis zu „Unter den Linden“, die Berliner Prachtstraße, die im breiten Mittelstreifen eine einzige Baustelle ist. Hier wird eine neue U-Bahnline gebaut.

Wir wanderten dann Richtung Brandenburger Tor. Mittlerweile war es schon sehr heiß geworden und wir wählten die schattige Straßenseiten, um der Hitze aus dem Weg zu gehen. Wir waren auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor nur einmal kurz nach dem Fall der Mauer gewesen. Damals stand das Brandenburger Tor noch allein auf weiter Flur. Viele Gebäude waren im Krieg ausgebombt und nach dem Krieg dann abgerissen worden. Heute ist rund um den Pariser Platz (auf der Ostseite des Brandenburger Turms) alles wieder bebaut. Das Haus der Künste, direkt neben dem neu erbauten Hotel Adlon sowie verschiedene Botschaften verteilen sich auf dem großen Gelände.

Brandenburger Tor und Pariser Platz

Brandenburger Tor und Pariser Platz

Das Stelenfeld der Holocaust Gedenkstätte

Das Stelenfeld der Holocaust Gedenkstätte

Unser nächstes Ziel war die Holocaust-Gedenkstätte. Auf dem großen Areal südlich des Brandenburger Tors sind 2711 Stelen unterschiedlichster Höhe und Größe aufgestellt.

Mit dem Umstand, dass die Stelen, wovon die schwerste 16 Tonnen wiegt, keine explizite symbolische Bedeutung haben, tut sich die Öffentlichkeit schwer. Der Architekt Peter Eisenman selbst bezeichnete sein Denkmal als „place of no meaning“, also als einen Ort, dem keine bestimmte Bedeutung innewohnt. „Ausmaß und Maßstab des Holocaust machen jeden Versuch, ihn mit traditionellen Mitteln zu repräsentieren, unweigerlich zu einem aussichtslosen Unterfangen.“, konstatierte Eisenman einst, „Unser Denkmal versucht, eine neue Idee der Erinnerung zu entwickeln, die sich deutlich von Nostalgie unterscheidet.“

Unterirdisch, also unter den Stelen ist ein Museum eingerichtet worden. Dort verbrachten wir einige Zeit und versuchten die vielen IInformationen über die ungeheuren Nazi-Verbrechen zu verdauen. Es war sehr bedrückend und doch auch eine Notwendigkeit, diese schrecklichen Geschichten einsinken zu lassen, zu begreifen, dass Menschen zu derartigen Brutalitäten in der Lage sind. Nach dem Besuch des Museums verbrachten wir einige Zeit des Schweigens.

Reste der Berliner Mauer in der Nederkirchner Str.

Reste der Berliner Mauer in der Nederkirchner Str.

Wir suchten jetzt nach einem schattigen Plätzchen, um etwas zu trinken. Bei der Hitze erschien uns eine Berliner Weiße gerade das Richtige. Weiter ging es dann südlich entlang der Wilhelmstraße, Sie war der Sitz wichtiger Regierungsbehörden Preußens und des Deutschen Reiches, so auch Hitlers Reichskanzlei. In der Gertrud-Kolmar-Str. nicht weit entfernt steht eine Hinweistafel, dass an dieser Stelle Hitlers Führungsbunker unter der Erde existierte. Heute ist das Ganze ein Parkplatz. In der Nederkirchner Str. liegt das Museum „Topografie des Terrors“. Wir warfen nur einen kurzen Blick hinein. Beim nächsten Besuch werden wir das Musuem ausführlich erforschen. Entlang der Nederkirchner Str. vor dem Museum steht ein Rest der Berliner Mauer.

Unser nächstes Ziel war der Checkpoint Charlie. Dort musste Frederick während unseres Berlinbesuchs wenige Tage nach dem Mauerfall passieren. Die Vopos ließen ihn am provisorisch geöffneten Übergang am Brandenburger Tor wegen seines australischen Passes nicht durch. Heute ist die Gegend um den Checkpoint Charlie mehr ein Touristenrummel und wir hielten uns dort nicht lange auf.

Auf Grund der enormen Hitze hatten wir auch genug von Besichtigungen für heute und entschlossen uns, zum Stellplatz zurückzufahren.

Samstag, 7. Juni 2014

Eigentlich wollten wir heute weitere Sehenswürdigkeiten in Berlin Mitte besichtigen, aber die Hitze von 33° ließ uns anders entscheiden. Stattdessen wanderten wir entlang der Dahme nach Süden, größtenteils im Schatten von hohen Bäumen. So war es angenehm. Entlang des Flusses und auch auf dem Wasser herrschte ein buntes Treiben. Viele Tagesausflügler waren mit dem Fahrrad an den Fluß gekommen und suchten sich schattige Plätzchen am Ufer. Offenbar war das Wasser warm genug zum Baden, denn in einem Strandbad, an dem wir vorbei kamen, waren viele Menschen im Wasser.

Freizeitkapitäne auf der Dahme

Freizeitkapitäne auf der Dahme

Freizeitspaß auf einem Floß

Freizeitspaß auf einem Floß

Auf dem Wasser tummelten sich, so weit man gucken konnte Wasserfahrzeuge aller Art. Bei dem Verkehr war es schon erstaunlich, dass alles friedlich und ohne Zwischenfälle ablief.

In einem Ausflugs-Café wie aus den 60er Jahren, auch die Preise, gönnten wir uns Kaffee und Kuchen und, so gestärkt, marschierten wir noch für eine weitere Stunde südwärts. Hier waren auf dem Wasser recht viele Segelboote unterwegs, offenbar lief gerade eine Regatta.

War mal ein Bootssteg

War mal ein Bootssteg

Segelregatta auf der Dahme

Segelregatta auf der Dahme

Trotz der Hitze wanderten wir fast drei Stunden und belohnten uns nach unserer Rückkehr mit einer Berliner Weiße im Fährhaus neben unserem Stellplatz.

Zum Abendessen genügte ein Salat. Alles andere wäre bei der Hitze zu viel gewesen. Noch um 22 Uhr zeigte das Thermometer 28°. Wir hatten Glück, dass unser Wohnmobil die ganze Zeit über unter Bäumen stand. Dadurch erhitze es sich nicht so sehr tagsüber und nachts konnten wir auch gut schlafen.

(Pfingst)Sonntag, 8. Juni 2014

Schon wieder so ein heißer Tag! Für den heutigen Sonntag hatten wir geplant, zum Wannsee zu fahren und eventuell einen Spaziergang im Grunewald zu machen.

Manon, Anne, Frauke und Udo

Manon, Anne, Frauke und Udo

Aber wegen der Hitze ließen wir davon ab und beschränkten uns auf Spaziergänge in der näheren Umgebung. Nicht weit von uns auf der anderen Seite des Flusses wurden Ruderwettbewerbe ausgetragen. Alles war sehr professionell organisiert. Wir suchten uns ein schattiges Plätzchen und schauten den verschiedenen Rennen eine Weile zu. Es war das erste Mal, dass wir Rudern live erleben konnten, kennt man sonst nur vom Fernsehen. Es ist schon erstaunlich, wie schnell diese Boote sind. Das kommt im Fernsehen gar nicht so rüber.

Zurück am Stellplatz verkrochen wir uns für eine Weile im Schatten und faulenzten. Um 19 Uhr wollten uns unsere Berliner Freunde Frauke und Udo besuchen. Pünktlich kamen sie auch an und brachten als Überraschung eine Flasche kalten Champagner mit. Es war nämlich Fraukes Geburtstag. Fraukes Freundin Manon war auch noch mitgekommen, so dass wir zu fünft vor dem Wohnmobil mit dem Champagner auf Fraukes Geburtstag anstießen.

Danach ging es ins Fährhaus zum Abendessen. Es gab so viel zu erzählen und die Zeit verging wie im Fluge. Es herrschte auch am Abend noch reger Bootsverkehr, der für zusätzliche Unterhaltung sorgte. Ein wirklich schöner Abend.

(Pfingst)Montag, 9. Juni 2014

Heute bekommen wir schon wieder Besuch, und zwar hatten wir uns mit dem frisch-vermählten Paar Charlotte und Kristoff für 15 Uhr verabredet. Kristoff ist Fredericks Neffe. Es war wieder so ein heißer Tag. Wir hatten uns vorgenommen, heute das 4 km entfernte Alt-Köpenick ein bisschen besser kennenzulernen. Statt die Straßenbahn zu nehmen, marschierten wir trotz Hitze forschen Schrittes zu Fuß. Den letzten Teil des Weges kann man dann entlang der Dahme/Spree laufen. Wieder herrschte auf Grund des Feiertages ein reger Bootsverkehr. Halb Berlin schien sich auf dem Wasser zu vergnügen. Die Freizeitkapitäne steuerten alle möglichen Varianten von Booten, Paddelboote, Tretboote, Ruderboote, Segelboote, Motorkreuzer, Partyflöße und natürlich gab es auch viele Ausflugsdampfer.

Treten

Treten,

Paddeln

Paddeln,

per Motor...

per Motor…

Grillen an Bord

oder grillen!

Köpenick ist ja den meisten bekannt durch die Geschichte vom Schuster Voigt, die der Autor Carl Zuckmeyer aufgegriffen hat. Der Schuster leistete sich die Dreistigkeit und kaperte die Stadtkasse im Rathaus, hatte sich davor eine Hauptmanns-Uniform angezogen. Carl Zuckmeyer hat die Geschichte mit literarischer Freiheit ausgeschmückt und das Buch ist mehrmals verfilmt worden, u.a. mit Rudolf Platte, Heinz Rühmann und später Harald Juhnke in der Hauptrolle. Eine Statue vom Hauptmann von Köpenick steht heute am Eingangsportal des Rathauses.

Anne mit dem "Hauptmann" von Köpenick vor dem Köpenicker Rathaus

Anne mit dem „Hauptmann“ von Köpenick vor dem Köpenicker Rathaus

Schloss Köpenick

Schloss Köpenick

Die Altstadt von Köpenick ist überschaubar. Am interessantesten ist es aber am Wasser. Davon gibt es hier sehr viel. Mehrere Arme und Verzweigungen der Dahme und der Spree fließen durch den Stadtteil. Der Müggelsee liegt im östlichen Teil des Bezirks. Vielerorts führen Flanierwege entlang der Ufer.

So langsam machte uns die Hitze zu schaffen. Wir waren mittlerweile bereits 6 oder 7 km gelaufen. Kein Lüftchen rührte sich und auch Schatten gab es nicht überall. In einem Gartenlokal direkt an der Spree bestellten wir etwas Kühles zu trinken und dann machten wir uns auf den Rückmarsch, der uns am Köpenicker Schloss vorbeiführte. Hier schauten wir uns kurz auf dem Gelände und im Schlosspark um. Der Park ist öffentlich zugänglich, das Schloss aber nicht.

Auch wegen unserer Verabredung wurde es jetzt Zeit, zurückzukehren. Charlotte und Kristoff kamen dann auch recht pünktlich per Fahrrad und Fähre. Sie wohnen in Kreuzberg. Bei Kaffee und Kuchen im Schatten vor unserem Wohnmobil verbrachten wir dann plaudernd den Nachmittag. Viel zu früh mussten die beiden wieder gehen.

Dienstag, 10. Juni 2014
Reichstag und Bootstour

Wieder war ein sehr heißer Tag mit 35° vorhergesagt. ausgerechnet für heute hatten wir unsere 4-Stunden Bootstour durch Berlin gebucht und auch dann noch in der prallen Mittagshitze, denn Abfahrt war um 13.10 Uhr vom Anleger an der Friedrichsstraße.

Doch vorher war noch der Reichstag dran. Die Führung sollte um 10 Uhr beginnen, wurde dann aber auf 8 Uhr vorgezogen, was bedeutete, dass wir schon um 6 Uhr!!! aufstehen mussten. Der Vorteil war, dass es um diese Zeit noch recht frisch war. Treffpunkt war am Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor.

Plenarsaal im Reichstag

Plenarsaal im Reichstag

Öffnung in der Reichstagskuppel

Öffnung in der Reichstagskuppel

Es begann mit einer 30 minütigen Einweisung und Erklärung der Bebauung um das Brandenburger Tor herum. Am Reichstag mussten wir durch Sicherheitskontrollen ähnlich wie auf Flughäfen und wurden danach direkt auf die Besuchertribüne des Plenarsaales geführt. Von dort oben hatten wir einen sehr guten Blick auf die Sitzordnung des Bundestages. Allerdings waren alle Plätze leer, da keine Sitzung stattfand.
Der Plenarsaal des Bundestages

Ein Beamter des Bundestages hielt dann einen 50-minütigen Vortrag über die Geschichte des Gebäudes und die Abläufe während der Plenarsitzungen. Die Ansprache war derart witzig, man glaubte fast, in einer Vorstellung Dieter Nuhrs zu sein. Der Mann schaffte es ohne Probleme, mit seinem Ruhrpottdialekt ein derart trockenes Thema so humorvoll zu verpacken, dass nicht nur wir uns köstlich amüsierten, sondern auch die vielen Jugendlichen und Kinder aus dem Publikum die ganze Zeit über gespannt zuhörten.

Nach diesem Spaß ging’s dann hinauf auf’s Dach des Reichstagsgebäudes, auf dem die gläserne Kuppel thront. Im Zentrum der Kuppel hängt ein riesiger, verkehrt herum aufgehängter Kegel, der mit hunderten kleiner Spiegel besetzt ist. Im Bundestagsjargon nennt man ihn „Die Reichstagsmöhre“. Der Kegel ragt bis in den Plenarsaal heinein. Seine Funktion ist, mit Hilfe der vielen Spiegel das Tageslicht in den Plenarsaal zu leiten ohne, dass es blendet oder zu dunkel ist. Eine wirklich geniale Konstruktion des Architekten Norman Foster.

Vom Dach des Reichstags hat man einen schönen Blick über Berlin in alle Himmelsrichtungen.Wir marschierten dann die Kuppel hinauf. Es führt ein Weg nach oben und ein anderer nach unten. Die Kuppel ist oben offen, so dass es bei Regen schon mal nass und bei Schnee schon mal glatt werden kann. Auch der Eingang zur Kuppel ist offen. Dadurch wird verhindert, dass es sich innen bei Sonnenschein zu sehr aufheizt.

Vom Dach des Reichstags wies uns unsere Führerin auf die vergoldete Kuppel der Neuen Synagoge im Nordosten hin und das jüdische Viertel. Es befindet sich in der Nähe des Hackeschen Markts. Sie empfahl uns einen Besuch dieses Viertels. Da wir noch zwei Stunden Zeit hatten, bevor wir am Anleger für unsere Bootsfahrt sein sollten, machten wir uns daher auf zum Hackeschen Markt.

Wegen der jetzt schon sehr hohen Temperatur marschierten wir, wo es ging im Schatten. Zuerst kamen wir zu der Synagoge mit den vergoldeten Türmen.

Die frühere jüdische Synagoge im Hackeschen Viertel

Die frühere jüdische Synagoge im Hackeschen Viertel

Pferdekutsche am Pariser Platz vor dem Adlon Hotel

Pferdekutsche am Pariser Platz vor dem Adlon Hotel

Das Gebäude beherbergt heute das jüdische Zentrum. Gleich daneben befindet sich der jüdische Friedhof. Überall fielen uns die „Stolpersteine“, in den Bürgersteig gesetzte kleine Gedenksteine aus Messing auf. Kein Grund zur Freude, zeugt doch jeder Stein von einem Opfer aus der Nazi-Zeit, es trägt den Namen eines Menschen und den Zeitpunkt seiner Deportation/Ermordung durch die Nazis. Wichtig ist das Sich-Erinnern. Das alles darf nicht vergessen werden, dafür sind die Stolpersteine da.

Während unserer Besichtungstour waren wir besonders beeindruckt von den Hackeschen Höfen.In alten Hinterhöfen hat man hier ein sehr schönes Einkaufserlebnis geschaffen. Die Hinterhöfe, die miteinander verbunden sind, wurden sehr geschmackvoll restauriert und sind gesäumt mit kleinen Ladengeschäften, einem Kino und unterschiedlichsten Restaurants. Allerdings muss man aufpassen, dass man nicht an den Eingängen der Höfe vorbeiläuft. Sie sind nicht so einfach zu erkennen.

Jetzt wurde es aber auch Zeit, sich am Bootsanleger in der Friedrichsstraße einzufinden. Das Boot hieß Poseidon und war wohl das beste Boot der Flotte. Bequeme Stühle und Tische sorgten für ein angenehmes Ambiente. Mit etwas Verspätung wegen fehlender Passagiere legte das Boot dann ab in Richtung Osten. Wir waren schon erstaunt, wie viel Sehenswertes vom Wasser entlang der Spree und später auf dem Landwehrkanal (dort wurde die Leiche Rosa Luxemburgs hineingeworfen) auf beiden Seiten zu sehen war. Die Tourführerin sorgte dafür, dass wir über alles, was interessant war, immer im Bilde waren.

Hier ein paar Fotos von der Bootstour:

Fotogalerie Berlin

Oberbaumbrücke über die Spree

Oberbaumbrücke über die Spree

Statische Meisterleistung

Statische Meisterleistung

Viel Verkehr auf der Spree

Viel Verkehr auf der Spree

Moderne Architektur am Spreeufer

Moderne Architektur am Spreeufer

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