Wernigerode

 In 2014, Deutschland

Freitag, 23. Mai 2014

Stellplatz Darlingerode

Stellplatz Darlingerode

Die Wettervorhersage für die nächste Woche war recht gut und wir beschlossen, für ein paar Tage den Harz zu erkunden. Wegen einer Familienangelegenheit, die uns zunächst nach Hohenlockstedt führte, starteten wir von dort aus gegen 14 Uhr und entschieden uns, auf die Autobahnen zu verzichten. Die A7 war hoffnungslos blockiert und wir fuhren stattdessen über Segeberg, A21, dann Schwarzenbeck, Lauenburg, Lüneburg, Uelzen und Gifhorn. Es war schönes Wetter und die Fahrt war angenehm. Als Standort hatten wir uns den Stellplatz in Darlingerode bei Wernigerode ausgesucht. Wie sich herausstellte, eine gute Wahl. Ein kleiner Platz für bis zu 25 Wohnmobile und sehr nette Betreiber (Ehepaar König), die uns mit Süßigkeiten und einer großen Info-Mappe über den Harz begrüßten. Die Kurkarte kostet 1,50 Euro pro Person und Tag und berechtigt zu freien Busfahrten im Harz! Der Aufenthalt sowie die Ent- und Versorgung auf diesem sehr ruhigen Platz im Grünen kostet nur 8 Euro pro Tag.

Darlingerode (ehemals DDR) ist nur 4 km entfernt von der schönen Stadt Wernigerode mit all ihren netten Gassen und alten restaurierten Fachwerkhäusern sowie einem Schloss.

Diese Strecke kann leicht zu Fuß (50 Min. auf dem Rad-/Fußweg an der Straße oder 1 1/4 Std. durch den Wald), oder per Fahrrad bzw. mit dem Bus zurückgelegt werden. – Wir beide erinnerten den Harz nur noch von den Schulausflügen, die ja schon über ein halbes Jahrhundert (!) zurückliegen.

Garten-Deko in Darlingerode

Garten-Deko in Darlingerode

Sonnenuntergang in Darlingerode

Sonnenuntergang in Darlingerode

Malente - Darlingerode

Malente – Darlingerode

Nach dem Abendessen drehten wir noch eine Runde zu Fuß durchs Dorf und erfreuten uns an den hübschen renovierten Häusern und den alten Bauerngärten, in denen es prachtvoll grünt und blüht! Der Sonnenuntergang war atemberaubend.

Außerdem lernten wir von einer Anzeigetafel, dass es hier einen alten Thing-Platz gab, auf dem anno 900 bis 1400 „Recht“ gesprochen wurde; ein Steinkreis bestehend aus 7 Steinen und einem in der Mitte, auf dem der Delinquent saß und sein Urteil erwartete.

Zurück am Wohnmobil bauten wir uns vor dem Wohnmobil auf und genossen dann ein alfresco Abendessen und danach den schönen warmen Abend.

Samstag, 24. Mai 2014

Zeitig machten wir uns zu Fuß auf den Weg durch den Wald nach Wernigerode. Die Sonne schien und wir genossen die Wanderung in freier Natur sehr. Die Route führte uns durch den Wald, vorbei an einem alten Kloster, von dem aber außer ein paar Grundmauern nichts mehr zu sehen ist. Nach knapp einer Stunden erreichten wir Wernigerode. Zuerst bummelten wir durch die Stadt, die uns mit all den bunten,  sehr gut restaurierten Fachwerkhäusern entzückte. Die Wetterseiten der Häuser sind häufig mit Schieferschindeln geschützt. Wir wurden ein bisschen an Schweden erinnert, weil viele Häuser auch Holzverblendungen haben, teils verziert, teils gestrichen in Rot, Gelb, Grau, Weiß und mit Schnitzereien versehen.

In der Stadt war richtig was los, viele Einheimische und Gäste bevölkerten die kleinen Gassen und Straßen. Ein großer Anziehungspunkt ist das Schloss, das hoch über Wernigerode thront. Die Tour mit der kleinen Bimmelbahn kostet 5 Euro pro Person, wir aber wollten uns bewegen und machten uns an den Aufstieg (30 Minuten). Ein herrlicher Blick von oben belohnte uns. Da die meisten Zimmer inzwischen restauriert worden sind, wollten wir auch endlich einmal wieder ein Schloss von innen besichtigen, und es hat sich wirklich gelohnt! Wunderschöne alte Möbel, seidene Wandbespannungen in den schönsten Farben, alte Gemälde und blitzende Ritterrüstungen. Im Schloss durfte leider nicht fotografiert werden.

Blick auf Wernigerode (der Harz ist hinten links)

Blick auf Wernigerode (der Harz ist hinten links)

Aufgang zum Schloss

Aufgang zum Schloss

Bei Sonnenschein bummelten wir noch ein wenig im Schlossgarten und da liefen uns doch tatsächlich ein paar Burgfräuleins über den Weg, – man konnte sich Kostüme leihen und sich darin fotografieren lassen. Wir verzichteten jedoch auf den nicht ganz billigen Spaß.

Auf dem Rückweg erkundeten wir einen weiteren Teil der Stadt, die Gassen um das Rathaus herum, das eine Perle der Fachwerk-Kunst ist, und die Gassen bei der Johanniskirche. Wir fanden auch das „kleinste“ Haus der Stadt: Man konnte es sogar von innen besichtigen für 1 Euro Eintritt, es war wirklich so: einmal nach links, einmal nach rechts gucken, alles gesehen! Kaum vorstellbar, dass dort einmal eine Familie mit sieben Kindern und einem Untermieter gewohnt hat. Sie haben im oberen Teil des Hauses auf Strohsäcken geschlafen, weil es für richtige Betten keinen Platz gab. Gute alte Zeit??

Marktplatz (links das Rathaus)

Marktplatz (links das schöne Rathaus)

Das kleinste Haus

Das kleinste Haus

Unseren Rückweg traten wir schneller als erwartet an, mittlerweile hatte sich nämlich der Himmel verdunkelt, es zog ein Gewitter auf. So schafften wir den Fußweg an der Straße entlang in 50 Minuten und erreichten das Wohnmobil noch trockenen Fußes. Fünf Minuten später brach der Himmel auf und es schüttete ca. zwei Stunden lang wie aus Eimern. Hier drinnen aber fühlt man sich sicher aufgehoben und es ist sehr gemütlich, wenn der Regen auf das Dach prasselt!

Übrigens erzählte uns der Betreiber des Platzes, Herr König, dass Wernigerode auch zu DDR-Zeiten schon eine Hochburg des Tourismus war.

Beim Nachladen des iPhones fiel plötzlich der Strom aus. Nichts ging mehr. Fernsehen (Sportstudio) auf einmal weg. Die 12 V Steckdosen (inkl. die des Zigarettenanzünders) hatten alle den Geist aufgegeben. Auch die Hauptkabinenbeleuchtung war ausgefallen. Also kein Sportstudio und ab in die Koje und lesen. Kein großes Problem.

Sonntag, 25. May 2014 und
Dienstag, 27. May 2014

Bad Harzburg (für den kompletten Bericht bitte auf das Foto klicken)

Bad Harzburg

Bad Harzburg

 

 

 

Montag, 26. Mai 2014
Wernigerode

Wegen der guten Wettervorhersage für den heutigen Tag – in den nächsten Tagen sollte es dann regnen – war eigentlich heute unsere Wanderung auf den Brocken geplant, von Schierke aus. Dafür mussten wir den Bus von Darlingerode nach Wernigerode nehmen, von dort dann um 10.15 Uhr weiter nach Schierke. Nun hatte unser Bus etwas Verspätung, genau gesagt: zwei Minuten, aber der Schierke-Bus war weg! Gemein! Der nächste wäre erst gegen 12.00 Uhr gefahren, zu spät für eine Brocken-Exkursion, also auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Übrigens soll die Wanderung von Schierke lt. Hören-Sagen ca eine bzw. zwei Stunden dauern und das Wetter sollte dafür schon gut sein. Im Harz brauen sich immer mal schnell und unerwartet Gewitter zusammen und das geht gar nicht bei einer Bergbesteigung. Natürlich könnte man auch bequem mit der Schmalspurbahn auf den Brocken fahren, aber die kostet 72 Euro für zwei, egal, auf welchem Bahnhof man ein- oder zusteigt. Wir finden das zu teuer und wollen gleichzeitig unsere Fitness verbessern und es noch einmal wissen, ob wir den Anstieg schaffen. Ca. 1,5 Millionen und mehr Menschen begeben sich jährlich auf den Brocken, auch per Pferdegespann ist das möglich (22 Euro pro Person).

Wir ärgerten uns nicht über den verpassten Bus, es war ja ein wunderschöner Tag und wir beschlossen, diesen trotzdem zu genießen und als erstes zu Fuß zum Medi-Max zu laufen, um das Autoladegerät für iPhone und iPad zu kaufen. Dazu mussten wir von einem Ende der Stadt zum anderen laufen.

Fußgängerzone

Fußgängerzone

Altstadtgasse

Altstadtgasse

Da es noch viel in Wernigerode zu sehen gab, beschlossen wir, den schönen Tag zu einer ausgiebigen Sightseeing-Tour zu nutzen. Auf dem Rückweg vom Medi-Max in die Stadt boten sich immer wieder schöne Ausblicke auf das Schloss. In der Stadt wanderten wir durch viele der Altstadtgassen und bewunderten die gelungenen Restaurationen der alten Fachwerkgebäude.

Östliches Tor zur Altstadt

Östliches Tor zur Altstadt

St. Johanniskirche

Liebfrauenkirche

Um das kleine bisschen Frust über den verpassten Bus zu beseitigen (irgendwelche Ausreden braucht man immer …), gönnten wir uns einen leckeren Eisbecher beim erstbesten Italiener, bei dem warmen Wetter einfach Genuss pur!

Wernigerode ist eine wunderschöne Stadt. Offenbar wurde hier von den Planern sehr viel richtig gemacht- natürlich mit dem nötigen Kleingeld aus dem Soli. Aber es hat sich wirklich gelohnt.

Zu Fuß gelangten wir schließlich zurück zum Wohnmobilstellplatz in Darlingerode.

 


Mittwoch, 28. May 2014 und
Donnerstag, 29. May 2014

Darlingerode, Drübeck, Ilsenburg (für den kompletten Bericht bitte auf das Foto unten klicken)

Darlingerode Panorama


Freitag, 30. Mai 2015
Goslar (für den kompletten Bericht bitte auf das Foto unten klicken)

Marktplatz mit Rathaus

Samstag, 31. Mai 2014
Quedlingburg und Halberstadt (für den kompletten Bericht bitte auf das Foto unten klicken)

Quedlinburger Panorama


Sonntag, 1. Juni 2014
Wernigerode

Faulenzen am Sonntag, spätes Frühstück draußen am Wohnmobil! Überhaupt eignet sich unser Stellplatz gut für den Aufenthalt im Freien. Hähne krähen, kein Autolärm, alles grünt und blüht! Frederick mußte dann aber noch ein paar Arbeiten am Computer erledigen …

Gegen 13.00 Uhr machten wir uns zu Fuß auf zu einem letzten Erkundungsgang durch Wernigerode, dieses Mal über den schönen Waldweg, ca. 70 Minuten Fußweg. Ich wollte doch unbedingt noch meine Gutscheine aus der Kurkarte im Tourismusbüro einlösen, zwei kleine Hexen-Aufkleber. Einen hatte ich bereits abgeholt, eine Schwarze. Nun wollte ich noch eine rote und eine Gelbe: Also Schwarz-Rot-Gold (Gelb) fürs Wohnmobil.

Unsere drei Hexen

Unsere drei Hexen

Line Dance in Wernigerode

Line Dance in Wernigerode

Wir bummelten durch die belebte Stadt, viele der Läden waren geöffnet, und das trug zu einer netten Atmosphäre bei. Immer wieder erhascht man von den Gäßchen aus einen Blick auf das Schloß auf dem Hügel. Im Zentrum war eine Bühne aufgebaut, ein Internationaler Line-Dance-Event fand statt, der 12. lt. Banner. Da ging die Country-Musik natürlich gleich ins Blut und wir konnten uns für eine lange Zeit nicht losreißen. Es machte Spaß, den Tänzern zuzuschauen und die tolle Musik zu hören! Nebenbei gab es vom Imbiß-Stand Würstchen und einem Glas Sekt, muß auch mal sein!

Wir flanierten noch ein bißchen in der Stadt, entschlossen uns dann, das Café Wien aufzusuchen und eine echte österreichische Caféhaus-Atmosphäre, verlegt nach Wernigerode, zu genießen. Die Vielzahl der angebotenen Torten dort waren ein Traum, und wir lasen nach, dass das Café dort eine lange Tradition hat und darauf bedacht ist, keine Veränderungen hin zur Moderne vorzunehmen. Uns kann das nur recht sein! Auf dem Rückweg liefen wir dann etwas forscher, um die Kalorien wieder abzutrainieren … der Abend wurde beschlossen mit dem Fußballspiel Deutschland: Kamerun, ein sogenanntes Freundschaftsspiel (2:2)!

Morgen wollen wir dann zu Fuß auf den Brocken. Die Wettervorhersage ist in Ordnung wenn auch nicht überragend.

Fotogalerie Wernigerode

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