Prenzlau

 In 2013, Deutschland

Sonntag, 9. Juni 2013

Irgendwann nähert sich auch der längste Urlaub seinem Ende. Mit großem Bedauern verließen wir den schönen Ostseestrand und das tolle Wetter in Leba Richtung Deutschland. Wir fuhren lt. Navi-Angabe auf der schnellsten Strecke, wurden aber wieder mal mit den berüchtigten „gelben“ Straßen (lt. Karte) konfrontiert, die sich schrecklich fuhren, erst recht mit einem Wohnmobilaufbau. Große Löcher in den Straßen zwangen Frederick auf 20km/h. Ab Slupsk (ist kein Schluckauf, heißt wirklich so) wurde es dann besser mit Autobahnteilstrecke und roter Straße.

Der Rathausplatz in Prenzlau mit Gartenschau-Skulpturen

Der Rathausplatz in Prenzlau mit Gartenschau-Skulpturen

Stellplatz am Uckersee

Stellplatz am Uckersee

Kurz vor Stettin entpuppte sich die rote Straße gleichzeitig als „Rotlicht-Straße“: Wir wunderten uns über eine junge Frau, die einsam, kein Auto in Sicht, mitten auf einer Einfahrt in den Wald stand. Und kurz danach im nächsten Waldabzweiger stand wieder eine da, dann noch eine und noch eine! Bei uns klickte es, da die Damen entsprechend gekleidet waren: Das war Auto-Strich! Stettin ist eben eine Großstadt, die offenbar so ein Gewerbe nötig macht. In der Umgebung von Danzig hatten wir auch Damen im Wald stehen sehen.

Stettin schauen wir uns beim nächsten Polen-Besuch einmal an, wir wollten noch vor Abend über die Grenze nach Deutschland, hatten uns einen Stellplatz in Prenzlau in der Uckermark ausgesucht. Unsere Fahrt dauerte mit kurzer Pause 5 Stunden, gegen 17.00 Uhr kamen wir am Stellplatz an. Dieser lag oberhalb des Uckersees, allerdings in einem kleinen Wäldchen, fast zwei Kilometer außerhalb der Stadt. Es war nur ein unbefestigter, sehr unebener Parkplatz, der zu einem Ausflugslokal gehörte. Ein weiteres Wohnmobil hatte sich auch schon häuslich niedergelassen. Wir waren unentschlossen, ob wir hier bleiben sollten. Aber die Terrasse des Lokals sah einladend aus mit Blick auf den Uckersee.

Wir beschlossen, Pause zu machen und gönnten uns nach der langen Fahrt auf der Terrasse des Cafés köstliche Eisbecher. Dann wanderten wir eine Stunde entlang des Sees Richtung Stadt und zurück.

Leba - Prenzlau

Tagesetappe: 343 km

Der Parkplatz war uns doch zu düster. Wir brachen auf und fuhren zurück zur Stadt, wo wir die Adresse der im Internet gefundenen Augenärztin ausfindig machten, damit wir am nächsten Morgen nicht lange suchen mussten. Außerdem hielten wir Ausschau nach einem Lokal, dass das Formel 1 Rennen in Montreal übertragen würde. Wir fanden heraus, dass eine Kneipe in der Seestraße das Rennen zeigen würde. Die Straße war aber wegen der Landesgartenschau, die hier gerade stattfindet, gesperrt. Daher fuhren wir zurück zum Seeufer, wo wir gegenüber einer Schrebergartenanlage einen guten Parkplatz für die Nacht fanden.

Anne schlug vor, den Fernsehempfang zu prüfen (die ganze Zeit über in Polen hatten wir keinen Empfang) und siehe da, es funktionierte. Wir brauchten also keine Kneipe. Der Abend war gerettet. Anne kochte ein Abendessen, und wir schauten dann gemeinsam das Rennen im Fernsehen an.

Montag, 10. Juni 2013

Es hieß früh (7.15 Uhr) aufzustehen, da Frederick um 8.00 Uhr bei der Augenärztin auf der Matte stehen wollte. Wir parkten direkt nebenan auf einem völlig freien (und kostenlosen) Parkplatz. Frederick kam schon nach einer halben Stunde zurück und bemerkte, dass der Parkplatz ausschließlich für Behinderte war. Na ja, er war zweifach behindert (fußkrank und halb blind). Ich wartete ja im Wohnmobil auf ihn und hätte mich entsprechend ‚rausgeredet, wäre jemand gekommen.

Mittelalterlicher Wehrturm

Mittelalterlicher Wehrturm

Die Ärztin diagnostizierte ein Gerstenkorn und verschrieb Tropfen. Wir kauften dann Brötchen im Supermarkt, lösten das Rezept ein in der Apotheke und fuhren zurück zu unserem Parkplatz am Schrebergarten, wo wir gemütlich frühstückten. Danach machten wir uns zu Fuß auf zu einer Stadtbesichtigung. Wegen der Landesgartenschau waren einige Straßen total durch einen hohen Zaun gesperrt, wo man noch nicht mal zu Fuß durch konnte. Anne überzeugte einen freundlichen Sicherheitsbeamten, dass ihr Mann fusskrank sei und nicht den weiten Umweg laufen könnte. Er schloss auf und ließ uns zur Touristeninformation durch. Der Eintritt von je 11 Euro war uns zu happig. Aber wir bekamen einige interessante Prospekte über die Städte Prenzlau und Templin sowie die Uckermark und machten uns auf zur Besichtigung.

Ein restaurierter Wehrturm konnte kostenlos bestiegen werden. Von oben hatten wir eine herrliche Panoramsicht über Stadt und Umgebung. Ein sehr schönes endlich mal funktionierendes Fernrohr (dazu völlig kostenlos) ermöglichte weitere tolle Aussichten. Im Treppenhaus hingen Fotos der Stadt aus verschiedenen geschichtlichen Epochen. Wir erfuhren, dass Prenzlau im letzten Krieg sehr stark (ca. 60 %) zerstört wurde. Aber wie wir bei unserer Besichtigung feststellten, wurden beim Wiederaufbau weder Mühen noch Kosten gescheut, die geschichtsträchtigen Bauten fachgerecht zu restaurieren.

Restaurierte Stadtmauer

Restaurierte Stadtmauer

Die mächtige Marienkirche

Die mächtige Marienkirche

Das Klosterstift, die Heiligengeist Kapelle, mehrere Wehrtürme, die Stadtmauer und die mächtige Marienkirche machten alle einen großen Eindruck auf uns, Backsteingotik eben wieder mal. Eine kleine, schmucke Fußgängerzone lud zum Bummeln ein. Offenbar sind einige Gelder geflossen aus Anlass der Landesgartenschau. Eutin ist 2016 dran, hoffen wir mal das beste für die Stadt …

Die neu gestaltete schmucke Fußgängerzone lud zum bummeln ein und Anne fand wieder den einen oder anderen Laden, in dem sie sich umschauen konnte.

Fotogalerie Prenzlau

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