Warnemünde

 In 2013, Deutschland

Sonntag, 12. Mai 2013

Das Neptun Hotel

Das Neptun Hotel

Als erstes machten wir uns auf zum Strand und wanderten am Wasser Richtung Hafen. Schon von weitem konnte man das bekannte Neptun Hotel sehen – glücklicherweise das einzige Hochhaus in einem ansonsten zauberhaften Ort. Der Strand ist sehr breit (bis zu 150 m) und laut lokaler Information der breiteste Ostseestrand Deutschlands.

Leider drohte Regen, was uns zur vorzeitlichen Rückkehr zwang. Im Wohnmobil angekommen, fing es auch schon an zu regnen. Wir machten es uns gemütlich und sahen den Kieler Borowski Tatort nach einem leckeren Abendessen.

Rerik - Warnemuende

Tagesetappe: 57 km

Montag, 13. Mai 2013

Heute wollten wir früh aufstehen, um bereits um 8 Uhr bei Lidl auf der Matte zustehen. Wir hatten erfahren, dass dort Sommerdaunendecken zum Supersonderpreis ab heute erhältlich seien. Wir bekamen unsere Decken, besorgten uns auch noch Brötchen und fuhren dann auf unseren Stellplatz zurück, wo wir erst einmal ausgiebig frühstückten. Dann ging es zu Fuß in Richtung Stadt (unser Stellplatz ist ca. 30 Fußminuten vom Hafen entfernt).

Eigentlich wollten wir wie gestern Nachmittag am Strand laufen, hier war die beste Gelegenheit dazu: Weit und breit kein Kurtaxen-Ticket-Automat (sonst überall 2 Euro pro Person). Aber irgendwie lief es sich etwas bequemer auf dem gepflasterten Weg und wir erreichten unser Ziel auch viel schneller!

Welches bunte Bild begrüßte uns, der Hafen mit seinen Fischer- und Ausflugsbooten, die Blumenrabatten in traumhaften Frühlingsfarben, die alten restaurierten Häuser mit ihren schönen unterschiedlichen Giebeln und sehr unterschiedlichen Farbanstrichen, von Gelb über Orange bis Hell- und Dunkelrosa! Hier sahen wir den Solidaritätsbeitrag gut angelegt. Die Architektur von Warnemünde ist auf das Feinste restauriert. Der Ort ist ein Schau-Stück an Gepflegtheit und Sauberkeit!

Hafenatmosphäre

Hafenatmosphäre

Selbst die Hundebesitzer scheinen gewissen Aufrufen ( „Haben Sie etwas vergessen? Bitte nicht einfach so davonschleichen“, stand auf einer Servicebox mit Hunde-Hinterlassenschaften-Plastiktüten) bedingungslos zu folgen …
Hafenatmosphäre

Die meisten der Häuser sind entweder Pensionen oder bieten sich als Ferienwohnungen an (teilweise ab 35 Euro pro Tag), gefolgt von vielen Cafés, kleinen Restaurants, Fischverkaufs-Ständen und diversen Geschenke- und Bekleidungs-Läden. An der Promenade gab es auch einiges an Kunst zu sehen. Nachdem Achim uns eine wilde Story über eine nackte Irre in Wittenburg erzählt hatte, waren wir froh, dass die beiden Nackten von Warnemünde aus Bronze waren!
Die Nackten auf der Promenade

Wir wollten unbedingt auf den Warnemünder Leuchtturm, der von April bis September zu besichtigen ist und sich mitten in der Stadt, natürlich direkt am Hafen befindet. Die 2 Euro Eintritt zahlten wir gern bei dem Kartenverkäufer, einem älteren Herrn, zünftig gekleidet im dunkelblau-weiß gestreiften Fischerhemd mit rotem Halstuch und Prinz-Heinrich-Mütze. Im Eifer des Aufstiegs vergaß ich, die Stufen zu zählen … Ein Verein sorgt dafür, dass der Leuchtturm blitzordentlich erhalten wird, und so sah der Treppenaufgang wie frisch gestrichen aus . Wir wurden mit einem tollen Ausblick auf Hafen und Stadt belohnt. Der Wettergott war mit uns und Frederick konnte schöne Fotos machen, weil das Licht einfach stimmte.

Wunderschöne Farben im Hafen

Wunderschöne Farben im Hafen

Wieder unten angekommen, sagte ich zu dem Kartenverkäufer, dass er sicher wüsste, wie viele Stufen es gibt. Ein knappes „Ja“ war die Antwort, er ließ mich also zappeln. Ich musste dann nachfragen, wie viele es denn seien. Er sagte: „Heute morgen waren es noch 135 Stufen, aber da hätten Sie mal lieber mitzählen sollen, manchmal werden welche geklaut!“ (Hä???) Den Witz hatte ich nicht verstanden, aber es ging lustig weiter mit der kleinen Unterhaltung . Ich erfuhr, dass der Leuchtturm noch genutzt wird, in den 70er Jahren hatte man aber alle Leuchttürme auf Automatik umgestellt und die Wärter wurden leider arbeitslos. Das wäre sehr schade gewesen, denn auf Hiddensee hätte man beim Leuchtturmwärter für 35 Pfennig übernachten können! Über Malente, Plön, Eutin sagte mein Kartenverkäufer, dass dies ja Vororte von Wismar seien. Als ich den Irrtum aufklären wollte, meinte er: „Ist ja nur Spaß“, aha, so tickte der also! Er wollte dann noch als passionierter Paddler wissen, auf welchem der fünf Seen in Ostholstein es sich denn am besten paddeln ließe. Dann erzählte er aus einem seiner vielen Polen-Urlaube.

Der Leuchtturm von anno1898

Der Leuchtturm von anno 1898

Er hätte mal einen Polen gefragt, wo er denn parken könne und die Antwort war: „Na, auf dem Parkplatz!“ Da hatte er wohl seinen Meister gefunden … Auf seine Bedenken hinsichtlich der vor Jahren bekannten Auto-Diebstähle in Polen hatte der Mann ihn beruhigt. Die Klauer wären zur Zeit alle gar nicht da, die wären zum Erdbeerpflücken und Spargelstechen in Deutschland! Na, da hatten sich ja wohl zwei gefunden.

Wir schauten uns dann den Passagier-Terminal für die Kreuzfahrtschiffe an, sehr viel Platz und ebenso sehr neu! Ich hatte nachgelesen, dass 1990 drei Kreuzfahrtschiffe hier angelegt hatten und man mittlerweile 201 Anleger für das Jahr 2013 erwartete! Das bringt einen nicht enden wollenden Besucherstrom in die Stadt (Warnemünde wurde um 1343 von Rostock eingemeindet).

Auch die jährliche Veranstaltung HANSE-SAIL bringt viele Besucher und stärkt die Wirtschaftskraft der ganzen Region. Auf dem Rückweg kauften wir Erdbeeren vom Erdbeerhof Karl, sahen uns die Kirche an (eher schlicht) und waren gegen 13.00 Uhr im Wohnmobil, reif für eine Pause. Warnemünde hat uns wirklich begeistert, ein so alter Ort mit seiner wunderschönen Architektur, dem Hafen – im neuen Glanz.

Fotogalerie Warnemünde

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