Solingen

 In 2013, Deutschland

Donnerstag, 18. April 2013
Solingen

Schloss Burg in SolingenBurg

Schloss Burg in Solingen-Burg

Es war die ganze Nacht über schwül warm. Sogar morgens um sechs Uhr waren es immer noch ungewöhnliche 20°. Erst dann wurde es kühler und als wir uns um 9 Uhr auf den Weg zum Bäcker machten, waren es nur noch 15 Grad. Ursprünglich wollten wir heute nach Bad Berleburg (wo es laut Hans-Dieter Wisente gibt). Stattdessen fuhren wir direkt nach Solingen, um dort die Burg und das Klingen-Museum zu besichtigen.

Schon die Fahrt nach Solingen Burg war etwas abenteuerlich. Da ging es auf und ab und auf ziemlich engen und kurvigen Straßen entlang. Aber mittlerweile kannte Frederick das ja und nahm gelassen jede Hürde. In der Talsperrenstraße, gefunden im Internet als Stellplatz, hielten wir und machten uns auf den Weg zur Burg.

Der Speisesaal in Schloss Burg

Der Speisesaal in Schloss Burg

Ober- und Unterburg machten einen entzückenden Eindruck auf uns: fast alle Häuser waren mit Schieferplatten bedeckt, in unterschiedlichsten Mustern. Das Ganze sah nach „Puppenstube“ aus. Die Fensterläden waren grün gestrichen und alles war sehr gepflegt. Mit Sicherheit stehen viele dieser alten Häuser unter Denkmalschutz. Später lasen wir dann, dass Wuppertal als die regenreichste Stadt Deutschlands gilt, naja, und Solingen gehört ja wohl zum Einzugsbereich – und der angebrachte Schiefer sollte die Häuser vor Nässe schützen, so schlau waren die Leute schon vor einigen Jahrhunderten!

Einst war die Burg eine Ruine und erst ab 1932 machte man sich an eine Restaurierung und Renovierung. Wie wir nachlasen, diente dies auch um die Arbeitslosen „von der Straße“ zu holen, sie wurden zwangsverpflichtet.

Statue von Engelbert II

Statue von Engelbert II

Dennoch denke ich, dass die Handwerker, die an der Burg arbeiteten, später auch Stolz auf ihren Erfolg waren (solange sie denn bezahlt wurden und ihre Familien ernähren konnten und hoffentlich nicht parteizugehörig sein mußten …).

Schloss Burg Wehrgang

Schloss Burg Wehrgang

Es war ein besonderes Erlebnis, von Raum zu Raum zu gehen und die Geschichte(n) nachzulesen, angefangen beim Gründer der Burg, Engelbert (?) über die Nachfahren und andere Besitzer bis in die heutige Zeit (touristische Vermarktung).

Wir erfuhren, dass infolge der vielen Menschen, die auf so einer Burg lebten, diese ca. alle 2 Jahre des Gestanks wegen verlassen werden mußte! Es gab ja noch keine Kanalisation. Darüber möchte ich lieber nicht weiter nachdenken, bin froh über unser Chemo-Klo im Wohnmobil! Es gab also Sommer- und Winter-Aufenthaltsburgen und wenn man es nicht mehr aushielt, zog man mit Gesinde und allem einfach in ein Ausweichquartier weiter. Die Ausstellungen und Erklärungen hierzu waren insgesamt sehr interessant und liebevoll gestaltet.

Auf den hölzernen Wehrgängen pfiff der Wind, aber es war ein schöner Blick ins Tal nach Unterburg.

Bergisch-Gladbach - Solingen-Graefrath

Tagesetappe: 42 km

Es war dann doch spät geworden, statt zum Klingenmuseum gingen wir ins Cafe am Fuße der Burg und gönnten uns heiße Waffeln mit Kirschen und Sahne!

Danach suchten wir uns einen Stellplatz in Solingen-Gräfrath direkt neben dem Klingenmuseum. Für eine Besichtigung war es heute zu spät. Im Museum erfuhren wir, dass am nächsten Tag (Freitag) erst um 14 Uhr geöffnet wurde. Das passte uns nicht ganz in den Kram. Aber für heute gingen wir erst einmal auf Besichtigungstour am Markt von Gräfrath. Was für eine hübsche Ecke.

Puppige, sehr gut erhaltene Häuser, Gaststätten und Restaurants und kuschlige, winklige Gassen und alles in dem für die Gegend typischen Schiefer und Fachwerkstil mit den grünen Fensterläden. Wir entschieden uns spontan zu einem Abendessen im Emigrante, einem erst vor sechs Monaten in einer alten Augenarztpraxis eröffneten, argentinischen Restaurant. Das Essen war gut, die Atmosphäre sehr angenehm und der empfohlene Wein mundete vorzüglich.
Freitag, 19. April 2013
Solingen – Petra und Hilmar

Da das Klingenmuseum erst um 14 Uhr öffnete, fuhren wir nach dem Frühstück zu einem außerhalb der Stadt gelegenen Campingplatz, um das Wohnmobil zu ent- und versorgen für das wir 7 € löhnen mussten. Dann wollten wir uns in der Solinger Innenstadt noch ein wenig umzusehen. Aber das Suchen nach einem Parkplatz gestaltete sich schwierig.

Typische, Schiefer-verkleidete Häuser mit grünen Fensterläden in Gräfrath

Typische, Schiefer-verkleidete Häuser mit grünen Fensterläden in Gräfrath

Für uns ging es daherzurück ins wunderschöne Gräfrath mit seinen verwinkelten Gassen und traumhaft gestalteten Plätzchen, den schiefer-verkleideten Häusern mit den überwiegend grün gestrichenen Fensterläden, – man fühlte sich in eine andere Zeit versetzt, ins Mittelalter vielleicht.

Nicht sehr christlich!

Nicht sehr christlich!

Im Klingenmuseum kauften wir nur noch einige kleine Geschenke, besuchten es aber nicht, weil die Zeit fehlte und fuhren dann zu Petra und Hilmar nach Solingen Wald. Unterwegs kamen wir an diversen Werbeplakaten vorbei, was alles so im Solinger Land zu besichtigen sei: eine Menge! Plagiarius Museum (wie schon der Name sagt …), Kustnmuseum, Wuppertaler Schwebebahn, Werkzeugmuseum, Industriemuseum UND Besuch und Lagerverkauf bei der Firma Hans Riegel Bonn! Keine Ahnung, was das ist? Na, HARIBO!!!

Zu Besuch bei Petra und Hilmar

Zu Besuch bei Petra und Hilmar

Hatte ich schon die Werksbesichtigung bei den lila Kühen in Lörrach verpaßt, wollte ich hier auf jeden Fall dabei sein und hielt Ausschau, wo es denn wäre. Wir fuhren dann auch direkt auf das Gelände zu und – vorbei!

Wer soll denn das alles essen?

Wer soll denn das alles essen?

So rollten wieder mal die Räder des Mobils ein wenig zu schnell und nix war es mit der Umwandlung von Gold-Bären in Hüft-Gold. Schade eigentlich! Petra gab dann später den entscheidenden Tipp für Kappeln, Besichtigung einer Schokoladenfabrik dort. Das ist nicht weit von uns und Frederick schicke ich dann zur Aalräucherei!

Wir hatten eine so nette Zeit mit Petra und Hilmar und freuten uns sehr, mal die Erlebnisse der vergangenen Jahre auszutauschen und über Zukunftspläne zu berichten. An die beiden: Wir lieben Euer Haus, ich (Anne) liebe Euer Geschirr und die vielen schönen Dinge, mit denen Ihr Euer Heim ausgestattet habt.

Hilmar und Petra hatten für einen griechische Abend daheim gesorgt und es kamen dann noch Isa und Rolf hinzu. Wir fanden das total schön, da wir beide auch lange nicht gesehen hatten. Sie wohnen ja nur um die Ecke in einem wunderschönen alten Fachwerkhaus.

Fotogalerie Solingen

 

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